Welcher Dosha-Typ prägt mich?

Ayurveda ist nicht mehr nur ein großes Thema in Asien, die traditionelle Heilkunst hat nun auch die westliche Welt für sich entdeckt. Diejenigen unter euch, die sich bereits mit Ayurveda auseinander gesetzt haben, werden sich früher oder später die Frage stellen: Was für ein Dosha-Typ bin ich? Diese Konstitutionsbestimmung ist grundlegend in der ayurvedischen Heil- und Lebenskunde. Denn das Dosha eines jeden Einzelnen beschreibt den Menschen in seinen geistigen, seelischen und körperlichen Veranlagungen.

Die drei Doshas und deren Elemente

Die uns bekannten fünf Elemente – Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde – finden sich auch vereint in jedem Körper wieder. Aus ihnen bilden sich die drei Haupt-Energiemuster: Vata, Pitta, Kapha. Nur wenige Menschen sind reine Konstitutionstypen, die nur von einem Dosha geprägt sind – da wir normalerweise mit allen drei Doshas geboren werden, die bei jedem Individuum in einem einzigartigen Mischverhältnis zueinander stehen. Die meisten Mischtypen bestehen aus zwei dominanten, seltener auch aus allen drei Doshas. Lasst euch in unserem Dosha-Test also nicht beirren, wenn ihr sowohl Vata-, Pitta- als auch Kapha-Anteile feststellt. 

Wenn ihr eure Dosha-Kombination festgestellt habt, könnt ihr lernen, diese in Balance zu halten. Ist unsere Konstitution ausbalanciert, schlägt dies positiv auf unsere Gesundheit aus. Dazu sei gesagt, dass unsere Konstitution insbesondere durch Umwelteinflüsse und Stress ins Ungleichgewicht geraten kann. Demnach ist die Berücksichtigung von ayurvedischen Prinzipien ein bedeutender Vorteil, um Krankheiten zu vermeiden. 
Was bedeuten die einzelnen Dosha-Typen? Die drei Doshas setzen sich aus den fünf Elementen zusammen: 

Vata aus Luft und Raum

Pitta aus Feuer und Wasser

Kapha aus Wasser und Erde


Vata ist das Bewegungsprinzip, welches alle Aktivitäten im Körper reguliert. Es beeinflusst ebenfalls das Nervensystem, die Atmung sowie die Knochen und Gelenke. Vata ist leicht, trocken, schnell, herb, unbeständig und kalt. Der Hauptsitz liegt im Dickdarm und den Fortpflanzungsorganen.

Pitta ist das Feuerprinzip, welches die Stoffwechselvorgänge und die Verdauung im Körper reguliert. Pitta ist heiß, scharf und etwas flüssig/ ölig. Es ist vorrangig im Magen und Dünndarm angesiedelt, aber auch in Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse, in der Milz im Blut und den Augen.

Kapha ist das Strukturprinzip, welches für die Festigkeit und Stabilität im Körper verantwortlich ist. Es hält den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht und ist im Magen, dem Atmungstrakt und in der oberen Körperhälfte angesiedelt.

Der Dosha-Test

Hier findest du unseren Dosha-Test, mit welchem du dein am stärksten ausgeprägtes Dosha identifizieren kannst. Die Anzahl der angekreuzten Fragen des jeweiligen Typs gleicht dessen Ausprägung. Im Anschluss daran kannst du die passenden Tipps zu deinen Dosha(s) erkunden & gleich in die Tat umsetzen.

Zum Test

Tipps für mehr Balance der einzelnen Doshas


Vata im Gleichgewicht

…sorgt für Enthusiasmus, gut funktionierendem Gewebestoffwechsel und gute Ausscheidung.

Vata im Ungleichgewicht

…erzeugt Nervositöt, mangelnde Stabilität, Verdauungsprobleme (v.a. Verstopfung), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen, Erschöpfungszustände, erhöhter Stress bis hin zu Angstzuständen und neuralgische Schmerzen.

Tipps für ein ausbalanciertes Vata-Dosha:
  • Warme Mahlzeiten zu geregelten Zeiten
  • Optimale Speisen: Suppen, Aufläufe, warmes Getreide und Süßspeisen 
  • Optimale Früchte: süß wie Bananen, Himbeeren, Orangen, Kirschen, Pfirsich, Ananas, Pflaumen und Melonen
  • Optimales Gemüse: Avocado, Rote Bete, Möhren, reife Tomaten, Auberginen, grüne Bohnen, Kürbis, grüne Erbsen, Artischocken, Gurken, Süßkartoffeln und Mungbohnen
  • Optimales Getreide & Co.: Weizen, Dinkel, Reis, Hafer sowie Cashewkerne, Sesam, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Pistazien 
  • Optimale Gewürze: nicht zu scharfes wie Kurkuma, Fenchel, Anis, schwarzer Pfeffer und Kreuzkümmel
  • Vermeiden von Rohkost sowie sehr kalten Getränken
  • Optimales Umfeld: Erdung, Wärme, Routinen, Stabilität, geregelter Tagesablauf und genügend Entspannung
  • Yoga und Meditation für das Zur-Ruhe-Kommen
Pitta im Gleichgewicht

…sorgt für gute Verdauung und Sehkraft, ausgeglichene Körpertemperatur, ausgewogenen Hunger und Durst sowie gute Ausstrahlung, Intelligenz und das Glücklich sein.
…ist ordentlich, erfinderisch, ehrgeizig und entscheidungsfreudig.

Pitta im Ungleichgewicht

…erzeugt Perfektionismus, Zornesausbrüche, Gereiztheit, Hautausschläge und Entzündung
…isst viel und reagiert leicht gereizt beim Aussetzen einer Mahlzeit

Tipps für ein ausbalanciertes Pitta-Dosha:
  • Vorwiegend vegetarisch
  • Optimale Lebensmittel: kühles wie Rohkost und Salat
  • Optimales Gemüse: Spargel, Kohl, Gurke, Blumenkohl, Sellerie, Brechbohnen, Salat, Erbsen, Petersilie, Kartoffeln, Zucchini, Sprossen, Kresse, Chicorée, Pilze
  • Optimale Getränke: lauwarmes Wasser und Tee
  • Optimale Kräuter: Pfefferminze, Koriander, Salbei und Fenchel
  • Kurkuma sowie Aloe Vera wirken entzündungshemmend
  • Vermeiden von scharfen Gewürzen wie Chili, Pfeffer oder Ingwer
  • Vermeiden von Koffein und Alkohol
  • Vermeiden von zu viel Salz
  • Optimales Umfeld: kühl, gut gelüftet
  • Aktivitäten mittlerer Belastung wie Joggen, Tanzen oder Radfahren
  • Tiefe Massagen mit warmen Ölen (z.B. Abhyanga Massage)
Kapha im Gleichgewicht

…sorgt sowohl für Stärke, Nachsicht und Geduld als auch für die Abwesenheit von Habsucht.

Kapha im Ungleichgewicht

…ist konfliktscheu und innerlich zurückgezogen.
…neigt zu träger Verdauung und zum Übergewicht, obwohl nicht viel gegessen wird

Tipps für ein ausbalanciertes Kapha-Dosha:
  • Weniger-ist-mehr-Prinzip
  • Optimale Lebensmittel: scharf bzw. gut gewürzt, bitter, trocken und entwässert 
  • Optimales Gemüse: Rote Beete, Kohl, Karotte, Blumenkohl, Aubergine, Salat, Pilze, Zwiebeln, Erbsen, Rettich, Spinat, Sprossen, Rosenkohl
  • Optimale Kräuter: Sellerie, Fenchel und Petersilie
  • Optimale Gewürze: alle v.a. verdauungsfördernd wie Pfeffer, Chili oder Knoblauch
  • Optimale Hülsenfrüchte: Azuki und schwarze Bohnen
  • Vermeiden von Rohkost
  • Regelmäßige Bewegung und Aktivität
  • Statt des Verdauungsschlafs, lieber eine aufregende Situation suchen

Jeder von uns kann darüber entscheiden, wie er seine Konstitution pflegt und behandelt. Diese innere Pflege ist entscheidend, da äußere Einwirkungen grundsätzlich nicht beeinflusst werden können. Heutzutage passiert es leider viel zu oft, dass unsere Außenwelt uns aus dem Gleichgewicht bringt. Besonders in der modernen Welt, bei der wir permanent unzähligen Reizen ausgesetzt und ständig online sind, fällt uns das Abschalten  nicht gerade leicht. Vata (und Pitta) überwiegen in unserer Gesellschaft, in der sich ständig alles verändert und es kaum Beständigkeit gibt. Natürlich gibt es auch positive Aspekte daran. Schließlich ist das Leben im Fluss zu neuen Begegnungen und Herausforderungen. In diesem Fall fällt es Vata-Typen im Vergleich zu Kapha Typen häufig leichter, auf diesen ständigen Wandel zu reagieren.

Das Wichtigste ist und bleibt das, worum es in der gesamten ayurvedischen Lehre im Kern geht: eine gesunde Balance und das Beste aus allem Positiven herauszuholen.

In Liebe, Franziska

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